Eindrücke und Gedanken meiner persönliche AFF Ausbildung
Ich möchte an dieser Stelle noch mal betonen das ein Neuling im Fallschirmsport bin und das hier niedergeschriebene
NUR meine persönlichen Eindrücke und Gedanken vor, während und nach den Sprüngen sind.
Bedenkt beim lesen bitte:
SICHERHEIT geht vor COOLNESS!
Was der Lehrer sagt ist Gesetz und soll auch eingehalten werden!!!
Mein persönlicher AFF Level 1:
Dropzone Ampfing Germany, Bavaria, 08.04.2006, ca. 12Uhr Ortszeit
Gegen Mittag kam mein AFF-Lehrer und lokaler Rigger (Rigger sind Fallschirmtechniker) Ulli zu mir und sagte mir das wir für den 5. Lift eingetragen sind, ein innerliches „JUHUUU ENDLICH, LADYS AND GENTLEMAN a Star ist born" sowie "Felix B. nimm dich in Acht ein neuer Platzhirsch ist im Revier“ macht sich in mir breit, ich hatte ja bereits 2 Monate auf den Augenblick gewartet und mein ganzes Umfeld mit meinem neuen Hobby genervt. Natürlich gab es noch ein Brifing über den genauen Ablauf des Level 1 Sprung. Der sah wie folgt aus: 2 Minuten vor dem EXIT, Brille aufsetzen, Helm checken, rückwärts zur Tür hinknien, dann wird die Seitentür geöffnet, auf das Trittbrett steigen, linken Lehrer (Mein persönlicher Lehrer, der auch über die ganze Ausbildung mein persönlicher Lehrer bleibt) checken, dass OK abwarten, dann das gleiche beim rechten Lehrer, rechten Fuß hängen lassen, Fuß zurückschwingen (dabei laut und deutliche READY rufen), Fuß vorschwingen dabei "SET" rufen, Fuß zurückschwingen GO rufen und dann loslassen und vom Flieger in den relativen Wind „abtropfen“ lassen und die Boxposition (auch Arch genannt) einnehmen.
Ja ja, okay das haben wir natürlich schon vorher alles besprochen, wie das Exit abläuft aber gehört ja irgendwie auch zum Sprung.
Dann in der Luft: Höhencheck, dem linken Lehrer die Höhe durchsagen, OKAY bzw. das Nicken von ihm abwarten, rechten Lehrer ansehen OKAY abwarten.
Nun die 3 Scheingriffe zum Pullgriff (Also man simuliert den "Pull", zieht aber nicht).
Höhenkontrolle
Lehrer checken und ANLÄCHELN (Ja das soll ja Spaß machen)
Ab 1700m ständige Höhenkontrolle und dann bei 1500m abwinken und der PULL.
Ich dachte mir noch wieso sagt er mir das, ich war genau diesen Ablauf sicher schon 50mal zu Hause durchgegangen. Aber er hat recht, lieber einmal zuviel als dann was vergessen und den Sprung wiederholen. Am Schirm wird mich dann ein anderer Lehrer via Funk leiten und in die Landezone hineinlotsen.
Ich sitze wieder vor der Halle und trinke gerade einen Schluck isotonisches Fitnessgetränk und ratsche mit einem Mitschüler von mir dann der Aufruf: LIFT Nr. 5 noch 15min, bitte fertig machen.
JAAA…Das ist mein Lift, ein paar um mich sagen noch „na dann mal los“ und grinsen. Ich begebe mich in die Halle um mich anzuziehen. Ich bin innerlich ganz ruhig, ziehe das Gurtzeug an, Handschuhe an, Höhenmesser, Brille und Helm schnappen. Mein Lehrer checkt mich und sagt das die Enden des Beingurtes auch in die Beingurtschlaufen gesteckt werden müssen…OKAY OKAY kann man ja nicht am Anfang alles wissen. Dann die Durchsage: „5min für Lift Nr. 5“
WAHHH Es geht nun wirklich los, wir gehen langsam zum Flieger, Ich schaue nicht mal mehr die anderen Leute an, ich höre zwar einmal „viel Spaß“ ab der der Rest überhöre ich einfach und gehe auf den Flieger zu, etwas nervös bin ich schon aber eigentlich doch sehr ruhig, ich bin einfach total happy, der Weg zum Flieger ist so lang (ca. 300m) am liebsten würde ich hin rennen.
Wir sind vor dem Flieger, eine Pitalus Porter, für 10 Springer konzipiert, alle Springer steigen langsam ein und ich frage mich noch: „Aber nicht auf dem Boden oder?“ und da kommt schon die Anweisung meines hinten rechts, an der Tür, sitzenden Lehrers: setz dich vor mir auf den Boden, der 2. Lehrer der unterstützt sitz dicht hinter mir. „Hmm ich hatte aber Fensterplatz, Nichtraucher gebucht“ wäre es fast aus mir herausgeplatzt.

Die Tür wird geschlossen, der Pilot gibt Druck auf den Schubhebel und wir rollen los, nach kurzer Zeit dann heben wir vom Boden ab. Ich genieße den Aufstieg und die Aussicht, schließlich bin ich ja schon diverse Hubschrauber bei der Bundeswehr, Segelflieger und Cessna geflogen und habe keinerlei Höhen- oder Flugangst.
Bei 600m darf ich den Helm dann wieder abnehmen (Sicherheitsvorschrift), Höhenwarner im Helm schon mal wieder richtig herum drehen (Wurde beim Aufstieg falsch herum eingesetzt damit es mir durch den Warnton, im doch relativ leisen Flieger, nicht das Trommelfell „zerfetzt“). Endlos lange dauert der Aufstieg (ca. 15min mit der Pilatus auf 3800m). Eine kurze Zeit denke ich darüber nach was machen die alle wenn ich sagen „NÖ ich springe nicht“, ich sitze ja direkt vor der Tür und es ist brutal eng und keiner könnte an mir vorbeikommen, sicher hätte ich dann ganz viele neue Freunde, aber warum darüber nachdenken DESWEGEN bin ich hier: Ich will aus einem intakten Flugzeug springen.
Wir gehen bei ca. 2000m noch mal den Ablauf durch, ich habe alles richtig gesagt und genieße weiter die Aussicht.
„Noch 2 Minuten“ sagt mein Lehrer. Also Brille auf, Helm auf, Der Zeiger meines Höhenmessers zeigt knapp 3800m an. Mein Lehrer und der Co-Lehrer geben mir die Hand…VIEL SPAß…Ich soll mich mit dem Rücken zu Tür hinknien, peile am Anfang nicht was er will und hocke da, dann erinnere ich mich an die Einweisung auf dem Boden. Also ab auf die Knie und rücken zur Tür (Zefix ist das eng hier). Ich glaube ich habe dann doch bissl blöd geschaut, hehe aber mit der Springerbrille schaut ja jeder bekloppt aus.

Der Pilot drosselt die Maschine man merkt wie wir merklich langsamer werden. Die Tür wird geöffnet, ein leicht, wirklich nur leicht, mulmiges Gefühl macht sich in meiner Magengegend breit (aber eher vor Freude anstatt vor Angst). Beide Lehrer greifen FEST in die Oberschenkelgurten meines Gurtzeugs…der relative Wind (Der Wind der von vorne durch die Bewegung des Flugzeuges kommt) pfeift…Ich werde durch die festen Griffe wieder ruhiger.
Auf Anweisung rolle ich mit dem Füßen ab, stehe nun außerhalb der Maschine auf dem Trittbrett und halte mich mit beiden Händen an der Innenseite der Türöffnungskante fest…FUCK JETZT ES GEHT LOS denke ich…Der relative Wind pfeift jetzt noch besser…
Ich höre von mir selber wie automatisch ein lautes (fast befehlendes):
Check LINKS…."OK" und sehe das Nicken vom meinem Lehrer
Check RECHTS…."OK" und sehe das Nicken vom zweiten Lehrer
READY
SET
GO…
Ich lasse die Kante los und schwinge mich zurück weg von dem Flieger…
Ich falle…halte kurz dem Atem an…sehe den Boden unter mir…dann den Horizont…dann Himmel…und dann wieder den Horizont…
WAS WAR DAS????? Ist das normal??? mein Magen drückt kurz in Richtung Hals.

Ach ja Boxposition…Ich drücke den Kopf in den Nacken…mache ein Holkreuz…Arm- und Beinstellung beachten…OK…Ich bin in einer stabilen Position.
Höhenkontrolle…Schaue zum linken Lehrer brülle die Höhe „natürlich falsch“ durch (Aber hier oben versteht man eh nix weil es zu laut ist)…ein Nicken von Ihm dann Check rechts…bestätigendes Nicken…IST DAAAAAAAAAS GEIL wieso mache ich das nicht schon seit 10 Jahren? denke ich mir kurz.
Dann die drei Scheingriffe, bei allen Griffen treffe ich auf Anhieb den Pull-Griff…
Beim 2. Griff merke ich auf halber Höhe des Armes ein „BUMM“, hmm irgendwas getroffen…Nunja egal, dann Erleichterung das alles so gut klappt…Ich genieße etwas den freien Fall und die ungewöhnliche Leichtigkeit um sich in der Boxposition halten zu können. Es ist wie ein Gefühl als wenn man auf einem großen superduper weichen Kissen liegt.
Check links…mein Lehrer nötigt mich dazu zu grinsen…Check rechts…auch er grinst. Wieder Höhenkontrolle..UII 2000m…Noch einmal beide checken.
Dann zeigt mein Höhenmesser 1700m an…ich lasse den Blick auf den Höhenmesser ruhen…1500m zeigt er nun an…ich winke ab…Arch…Reach (ergreifen des Pullgriffes)…PULL.
Nichts passiert…nach einer gefühlten sehr langen Zeit (REAL dauert es ca. 4 Sekunden bis der Schirm ganz offen ist) merke ich den Ruck…

Dabei zähle ich gedanklich 21, 22, 23, 24, dann die Kappenkontrolle (ist der Schirm rechteckig, alle Leinen straff).
Ich sehe über mir einen prall mit Luft gefüllten lila, grau, weißen, sauberen und rechteckigen Schirm.
Fein das war es…Tief durchatmen…Also weiter…
MIST wohin mit dem PULLGRIFF???…Über meiner Kombi hängt das Unterziehfutter meiner Panzerkombi, also nix mit in die Kombi stecken, sicher habe ich auch zu wenig Zeit ihn zu verstauen, egal behalte ich ihn halt in der Hand, besser als 12,50€ zu zahlen weil ich ihn fallen gelassen habe. *grins*
Ich mache die Steuerschlaufen von dem Klett los, Löse die Vorbremsung.
Da höre ich schon unseren Sprungleiter Steffen über Funk: Hallo Matthias, herzlichen Glückwunsch zu deinem ersten Sprung, wenn Du mich hören kannst strampele mit den Beinen (Das macht man damit er sichergehen kann das ich Ihn höre da ich ja nicht zurückfunken kann).
Hmm und wenn nicht, könnte ich alleine ganz cool in die Dropzone swoopen. Nee Nee, das kann ich ja alles noch nicht denke ich…Also lieber mit den Beinen wackeln.
Dann die Anweisungen wie Schulter, Flare, 90° links etc. So bekomme ich langsam ein Gefühl für das Stück Stoff über mir. Ich hatte es mir schwerer vorgestellt das bunte Teil da über mir zu steuern…
Ich „spiele“ etwas mit den Steuerleinen, DAMM jetzt mal so einen geilen 360Grad Spins (Drehung um 360° durch volles Durchziehen einer Steuerschlaufe) machen, aber lieber nicht nachher ist noch wer sauer und ich darf nicht mehr springen.
Da höre ich Sekunden später via Funkanweisung: "einen 360° Spin machen".
WOW kann Steffen Gedanken lesen? Aus einem Spin mache ich natürlich 2…mei habe es halt falsch verstanden *grins*
Beim 2. Spin wird die Drehung schneller und meine Neigung zum Schirm wird größer quasi so wie bei einem Kettenkarussell. Dann sehe ich auch die Landezone…Ich komme gut rein…
Keine Drehungen mehr und nur noch leicht korrigieren…Höre ich über Funk…
Ich korrigiere nur leicht links und recht…
Der Boden kommt näher…WOW ganz schön schnell „fahre“ ich hier am Schirm.
Dann via FUNK: Beine zusammen...Schulter uuuuunnnnnd FLAAAAAAAAAAAARE
Ich ziehe die Steuerleinen erst halb und dann voll durch…werde auch super langsam…der rechte Fuß berührt den Boden…3 Schritte, na ja eher laufen…dann stehe ich und das bunte Stück Stoff fällt hinter mir zusammen.
JA BABY, ich bin nicht hingefallen!!! Obwohl ja eine sichere Landung einer stehenden vorzuziehen ist, wie meine Lehrer sagten, aber man will ja cool landen.
Ich habe das dringende Bedürfnis die ganze Welt zu umarmen und bei RTL ein Interview zu geben wir geil Skydiving ist und von meiner persönlichen „Erfahrung“ zu berichten.
DAS WAR ES WOHL…Mein Sprungleiter kommt zu mir (die 3 Meter die er noch von mir weg stand)…Noch ein Glückwunsch…Schirm aufnehmen und STOLZ WIE OSKAR zurück in die Halle zum Schirm ablegen. Ich habe das Gefühl alle schauen mich an, aber das hat ein Führerscheinneuling ja auch wenn er das erste mal alleine durch die Stadt fährt, nur hat DER nicht alle Leute vorher zugetextet das er der „Air-Prinz“ ist und mit allen wie ein alter Hase über den Sport gefachsimpelt.
Kurz eine rauchen, dann DEBRIFING…Mein Lehrer fragt mich nach meiner Sprungerfahrung!!!
HÄÄÄ??? Wie nun das war mein erster Sprung, okay okay ich habe massiv viel darüber gelesen und ca. 40 verschiedene Videoclips vom AFF1 über Mailfunction (Fehlfunktionen am Schirm wie wenn z.B. der Schirm nicht sauber öffnet), Swoop, Freestyle, Skysurfing bis zu Stunts und Base Jumps angesehen aber REAL der erste Sprung, scheinbar war ich gar nicht so schlecht oder warum die Frage?
Dann schauen wir uns die 2. Videos an die die beiden Lehrer von mir gemacht haben.
Okay das EXIT (der eigentliche Ausstieg) war nicht so prall…habe zu spät die Boxposition eingenommen daher ist mein Rücken in den relativen Wind gekommen und wir haben einen kleinen Salto gemacht.
Danach lief es gut…kleinere Korrekturen waren nötig aber alles voll im Rahmen. Die Scheingriffe haben ihm voll zugesagt. Auch die Anzahl der Höhenkontrollen. Das 2. Video vom 2. Lehrer ist aber noch interessanter alleine von der Perspektive.
Ich sehe das Exit in Zeitlupe…ein Salto und dabei war noch etwas Drehung im Spiel dann hat mich der linke Lehrer stabilisiert und ich habe ENDLICH die korrekte Boxposition eingenommen…Ich sehe auf den Video meinen Lehrer kurz über meine Schulter zum anderen Lehrer schauen und grinsen…Hat ihm wohl bissl Spaß gemacht.

Der kleinere „BUMM“ beim 2. Scheingriff war übrigens die Kollision meiner Hand mit der Lippe des rechten Lehrers. Mei ich habe nun mal lange Arme…Kopf einziehen oder Vollhelm tragen...hehe…War aber nicht schlimm und ich habe mich natürlich bei Clausi entschuldigt.
Gut das ich vorher gesagt habe das alle meine AFF Sprünge auf DVD gebrannt werden sollen, ich glaube nicht das viele direkt mit einem Salto Ihre Springerkarriere beginnen, Außerdem hat man so bisschen was zu zeigen und es ist ja auch mal schön nach Jahren man wieder die ersten Sprünge anzusehen.
Nach dem Debrifing wieder raus...noch eine rauchen…bissl quatschen, viele gratulieren mir…In mir macht sich das Gefühl breit das ich nun ein SKYDIVER bin und zu Ihnen gehöre.
Ungeduldig schaue ich auf das Manifest (eine Übersichtstafel mit kleinen Namenskarten wer in welchem Lift mitfliegt) wo mein Name für den AFF Level 2 steht und frage laut und mit Witz wann der Lift aus 6000m geht, aber da werde ich zum Schirm packen gerufen, ach ja das gehört ja auch dazu.
Fazit: Der freie Fall ist wohl so ziemlich die geilste „physikalische Kraft“ und „Fortbewegungsmethode“ die es überhaupt gibt…Im Grunde ist es alle Quatsch was ich hier schreibe, man kann das einfach nicht beschreiben, es ist GENIAL…Macht es selber, versucht es von mir aus zuerst bei einem Tandemsprung, ich bin mir sicher 99,4% der Leute die das ausprobieren werden es genauso wie ich genießen und sich pudelwohl fühlen. Falls man Angst haben sollte vor dem Sport oder der Höhe muss ich sagen das es gefährlicher ist Nachts durch eine Seitenstraße der Reeperbahn in Hamburg zu gehen oder gar Fußball zu spielen (Verletzungsrisiko).
Ich versuche es trotzdem das Gefühl des freien Falles zu beschreiben:
Stell dir vor du liegst auf einem riesigen Lustposter…Nein, kein Wattebausch der wäre viel zu hart, alles ist ganz leicht und man fühlt sich total frei. Alles was einem im Leben für wichtig erscheint, Stress, Ärger, Anspannungen ist einfach WEG.
Nun verstehe ich auch den Spruch, den man des öfteren an Autos oder auf T-Shirts liest: „Skydivers know why birds are singing“ Ja, ich weiß nun wirklich warum die Vögel singen. Einfach weil es das geilste Gefühl ist Luft zu sein, wenn auch nur 45-55 Sekunden davon im freien Fall.
Ich bekomme jetzt schon Gänsehaut beim schreiben wenn ich an meinen ersten Solo-Exit denke und ich einfach voll und ganz genießen kann ohne Scheingriffe und checken der Lehrer. Nur fallen, auf dem weichen Lustposter liegen und die Höhe kontrollieren ‚*seufz*
Mein persönlicher AFF Level 2 Sprung:
Dropzone Ampfing Germany, Bavaria, 08.04.2006, ca. 17Uhr Ortszeit
Langes warten hat sich in Ampfing breit gemacht, langsam bekomme ich einen Hass auf Menschen die Osterferien machen und AUSGERECHNET einen Flieger von München aus nehmen müssen. Es waren einige Abbrüche und "stand by" unseres Fliegers nötig.
Scheiss auf die Sicherheitsvorschriften in Deutschland, ICH WILL SPRINGEN, denke ich noch…Der Wind frischt langsam immer mehr auf…
Dann kommt mein Lehrer Uli zu mir: „Ich habe uns für den 13. Lift eingetragen“
Ein BREITES GRINSEN meinerseits…Dann aber die schlecht Nachricht: da der Wind auffrischt und ich mit 70kg auf 190cm nicht gerade ein dicker Brocken bin der schnell fällt wäre es ggf. für mich nicht so toll beim Landeanflug weil ich einfach zu wenig Fahrt am Schirm habe. Na mal schauen denke ich mir.
Rauchen, Limo trinken, noch was essen.
Dann krächtz es aus dem Lautsprecher: "LIFT 13 noch 15min"
JAAA es geht los…
Wieder anziehen, Helm etc. Ab auf die Landebahn…Lange vorher war natürlich das obligatorische Briefing…
Wir stehen an der Landebahn und warten auf das landen der rot weissen Pilatus Porter…dann das Böse Wort mit „A“: ABBRUCH!
WAHHHHHHHHHHHHH OSTERFERIEN, FLUGHAFEN MÜNCHEN, BÖSE MENSCHEN schießt es durch meinen Kopf…
Also 30min warten…
Dann höre ich wieder Isabell vom Colibri Team durch den Lautsprecher: „LIFT Nr. 13 noch 5min bitte beeilen“
Also Kombi zu, rein in die Halle, Container anlegen, Handschuhe etc. Kurzer Check des Lehrers und im Laufschritt zum Flieger…
Wir besteigen den Flieger…wieder meine alte Position aber ein anderer Co-Lehrer.
Wir heben ab, ich schließe die Augen und gehe gedanklich noch mal den Level 2 durch:
Check links…Check rechts…Ready…Set…Go…und die Boxposition bloß nicht vergessen.
Sprung…dann Höhenkontrolle…nach links Höhe durchsagen…rechts checken lassen…Nur noch 2 Scheingriffen und wenn ich stabil bin wird mich der linke Lehrer loslassen um mich herumfliegen und sich auf einmal vor mir befinden und mich ansehen. Wir sollten dann Sichtkontakt haben, Wenn er mir die Zunge zeigt heißt das „Beine länger“ und bei einem „OOOOH“ mit dem Mund bedeutet das mehr Holkreuz. Dann bei ca. 2000m schüttelt er den Kopf ich bestätige das auch durch Kopfschütteln und er begibt sich wieder an meine linke Seite…Dann die bekannte Höhenkontrolle…1700m dauerhaft und bei 1500m abwinken und der Pull.
Er tippt mich an…ich öffne die Augen…“Gehen wir den Level 2 noch mal durch“ NA KLASSE…also alles noch mal aber mündlich.
Ich schaue noch mal aus dem Flieger…Höhencheck…Uiiii bald ist es so weit, jetzt nur keinen Abbruch…BITTE NICHT…
Dann höre ich NOCH 2 Minuten…also Brille auf Helm auf…Ich bin auf das äußerste motiviert…
Tür auf…auf das Trittbrett…CHECK…CHECK…READY..SET…GO…
Ich muss sagen das genau bei diesen sehr lauten und DURCH MICH gegebenen Befehlen es einen hohen Schub an Selbstvertrauen und Selbstsicherheit gibt.
Ich lasse mich „abtropfen“…KOPF IN DEN NACKEN…ARCHPOSITION…
Und da ist das Bild von dem alle erzählen:
Ich sehe den Flieger wie er wie in Zeitlupe sich ganz langsam von uns entfernt…WAHNSINN ein super tolles Bild…
SO GENUG GETRÄUMT…Ich habe hier einen Job zu erledigen!
Höhenkontrolle…etc.
Ein paar Korrekturen…
Aussicht genießen.
Dann sehe ich meinen Lehrer plötzlich vor mir, ich habe gar nicht bemerkt das er mich losgelassen hat…ich liege sauber im Luftzug…Er grinst ich auch…dann schüttelt er den Kopf…und geht wieder nach links…Ich schaue leicht hinterher und vergesse natürlich das Kopf schütteln.
Höhenkontrolle…1900m. noch ein Check links und rechts, bisschen Lehrer angrinsen dann sind wir auch schon auf 1700m..1600m..1500m...abwinken und PULL.
Doof wie ich bin denke ich mir schau mal was der Schirm macht und schaue nach oben, sehe den Pod (die Verpackung in der der Schirm ist) noch ganz kurz dann entfaltet sich der Schirm recht schnell. Ein Ruck…AUA das tat jetzt aber im Hals etwas weh also das nächste mal lieber wieder die 4 Sekunden herunterzählen und dann erste die Kappe checken.
Ich verstaue diesmal den Griff in meinem Kombi, schließlich habe ich mit dem Schirm da über mir die Zeit aller Welt hier oben. Dann greife ich in aller Seelenruhe die Steuerschlaufen, Vorbremsung lösen, Schulter, Flare, links lenken, rechts lenken…passt alles perfekt wie immer…Wo bleibt nur die Funkanweisung???
Dann höre ich „Hallo Matthias wenn du mich hörst…usw.“ Also wieder mit den Beinen strampeln… Per Funk kann ich auch noch folgendes vernehmen: “Okay Matthias Kappenkontrolle hast du schon gemacht, selbständiger Flug, viel Spaß“
Geil ich darf alleine…
Also los…Ich schaue nach anderen Schirmen…Gut alle sind weit unter mir…also bin ich alleine…Noch ein links und rechts Blick…keine Flieger oder sonst was zu sehen ich bin also alleine.
Rechte Steuerleine mal voll durchziehen…WOOOHHHOOO 2 schnelle Spins…das gleiche mir links…da 3 Spins UIIII NOCH GEILER…Na ja mal nicht übertreiben.
Also paar Schleifen…Auf Richtung achten, Autos auf der Straße anschauen, Höhenkontrolle…Dann höre ich auch schon: „Das ist dein Endanflug selbstständig landen ggf. noch ein paar Schleifen“
„Mmmm’kay“ würde der schmale Lehrer bei Southpark jetzt sagen…also alles mal selber abschätzen. Geschwindigkeit sehr langsam und die Höhe
...hmmm zu hoch…also 90° nach links…biss fahren lassen 180° rechts…fahren...wieder 90° nach links ich bin wieder auf Landekurs, langt nicht also noch eine Schleife…
Über FUNK: „Jetzt keine schleifen mehr“ Das hätte ich auch nicht machen wollen weil sonst wäre ich zu kurz, denke ich mir angeberisch…also noch etwas die Richtung regulieren…SCHULTER…FLARE…Touch down…3 Schritte…Und ich stehe wieder 4 Meter vom Lehrer weg…FEIN…Sollte ich ggf. doch später mal Zielspringen machen anstatt Freestyle?
Steffen pult sich aus der Hauptkappe die über Ihn zusammengefallen ist dann Schirm aufnehmen und ab in die Halle.
Alles ablegen.
ICH WILL SPRINGEN….Schaue traurig zum Manifest, mein Name steht nicht da, aber die haben alle schon Recht nicht am Anfang übertreiben sonst wird man unkonzentriert.
Schirm packen, die nette Danny vom Colibri-Team hilft mir und freut sich für mich das ich so tolle Landungen hinbekomme. Ich werde zum Debrifing gerufen. Mein Lehrer fragt mich wie ich den Sprung gesehen habe und schieße los.
Mir selber hat der Sprung nicht so gefallen besonders die Landung fand ich nicht so perfekt aber meinen Lehrern dafür umso besser. Besonders positiv fanden sie es das ich nach dem Pull noch eine saubere Boxposition hatte, hehe wenn der wüsste das ich eher den Schirm angeschaut habe, aber okay also das nächste mal Pull und Arch halten aber NICHT zum Schirm schauen. Ich habe mich bei den Scheingriffen diesmal auch besser selber stabilisiert.
Nur die Füße…Mann Mann immer ziehe ich die an anstatt „Spitzentänzer“ zu spielen. Die Beine muss ich auch weiter zusammen machen außerdem kann man so ein besseres Holkreuz machen. Mein Lehrer meinte noch das ich das nächste mal eine glattere und engere Kombi verpasst bekomme da Er beim separieren (das Ablösen von mir) bemerkt hat das er sich GAAAANZ groß machen muss sonst wäre er uns nach unten weggerutscht…Tja, weniger essen denke ich mir einem lachen.
Nein ich bin mit meinem Körpergewicht im Verhältnis zu der Größe einfach zu langsam beim freien Fall, verstehe ich ja auch, und eine Bleiweste ist ja nun wirklich nicht bequem, das will er mir auch nicht antun.
Ich bekomme noch kurz eine Kurzeinweisung für Lv. 3….JAAAAHHHH. Da lassen dann beide Lehrer los und ich darf auch eine Drehung machen.
ENDLICH, wer braucht schon Lehrer die einen festhalten hehe. Ich denke darüber lange nach, was ist wenn dies, das und jenes passiert…aber was soll der Gedanke…Falls ich instabil werde einfach Boxposition einnehmen und selber stabilisieren, ich will schließlich mal Freestyler werden.
Aber das dauert nun etwas bis ich zum Lv. 3 Sprung komme da für Morgen Regen und für Übermorgen sogar Schnee angesagt ist…Ich mag den April nicht…*grummel*
Mein persönlicher AFF Level 3:
Dropzone Ampfing Germany, Bavaria, 15.04.2006, ca. 9:30Uhr Ortszeit
Aufgrund einer verfrühten Anreise am 14.04.2006, überbrückte ich die Wartezeit mit Übungen im Schirmpacken.

Dann noch das neues Flugzeug entladen und Smalltalk. Dann sollte es nun endlich wieder Richtung Himmel gehen. Ich bekam wieder das obligatorische und wichtige Briefing. Wir übten auch noch mal mit beiden Lehrern den Ausstieg an der Maschine da ja nun einiges neu war.

Ziel des Level 3 war es das, bei einer stabilen Position, beide Lehrer loslassen, mein Hauptlehrer vor mich fliegt und mir das Zeichen gibt das ich um 90° nach rechts zum anderen AFF Lehrer (in diesem Falle Hannes) eindrehe. Dabei sollte ich den Kopf auf mein "Ziel" richten. Dann ggf. noch eine Rückdrehung, bei 2000m Kopf schütteln, Mein Lehrer Ulli geht wieder an meine linke Seite, 1500m abwinken und Pull. Ganz am Anfang auch noch die Scheingriffe aber nur noch zwei. OKAY. Ich bestieg den Flieger, ein neuer Flieger!
Die Pilatus Porter hatte uns am Tag davor verlassen, ich sah noch wie sie gegen Abend abhob und zum "Abschied" noch einmal mit den Tragflächen gewunken hat, ein toller Anblick der mir jetzt noch eine leichte Gänsehaut verpasst da ich mit der Maschine meine ersten Schritte in Richtung Fallschirmspringerkarriere gemacht hatte. Aber was soll es wir haben jetzt eine neue russische SMG 92 Turbo Finest da. Vorteil war das super viele Griffe im und am Flugzeug vorhanden sind, schöne große Exit-Tür, und ein brutal großes und langes Trittbrett. Nachteil ist das die Maschine eine etwas höhere Absetzgeschwindigkeit hat, also mehr relativer Wind. Aber was soll's, wem das zu luftig ist sollte ggf. besser Tischtennis spielen und sich Freifallsprünge auf Video anschauen *lach*.
Aber weiter, wir stiegen recht schnell (ca. 15 Min) auf die 3800m, übrigens war das der erste Lift an dem Tag. Toll war diesmal die Aussicht man konnte, durch die größeren Fenster, deutlich mehr sehen insbesondere der Blick auf die Alpen war traumhaft. Dann Exitaufruf. hinknien, Tür auf, vorher wurde natürlich noch mal alles mündlich mit dem Lehrer durchgehen, 1. Lehrer und 2. Lehrer raus ich in der Mitte hinterher. Check links...Check rechts...Ready...Set...GO...abtropfen lassen und Archposition einnehmen. Recht schnell haben wir zu dritt eine stabile Position gefunden, Beobachtungskreis, Höhe ansagen, die 2 Scheingriffe, dann haben mich beide Lehrer losgelassen.

JAAA das erste mal alleine unterwegs...Irgendwie wurde ich ja hier erst zum "Air-Prinz" (meinem selbst gewählten Spitznamen)...Ulli flog vor mich und gab das Zeichen...
Ich drehte durch Veränderung der Armposition, ähnlich wie beim Motorradfahren wenn man sich in eine Kurve legt, nach rechts...SUPER passt. Ich sah Hannes vor mir. Leider wurde ich etwas unstabil und drehte mich weiter. Beide Lehrer griffen wieder zu und ich hatte die meine Flugachse wieder gefunden. Wir waren für eine 2. Drehung schon zu tief also die Lehrer anschauen, grinsen oder auch mal die Zunge zeigen. 1500m abwinken, PULL.
WUUUUUSCH...Kappe offen...4Sek warten, Kappenkontrolle, dann in aller Seelenruhe Pullgriff in der Kombi verstauen, Flareprobe, links und rechts lenken. OKAY. Über Funk hörte ich wieder "Hallo Matthias alleine fliegen und selbstständig landen".
Ja selbstständig landen! Steffen fragte mich vor dem Sprung ob er wieder die Manöver links, rechts, Schulter und Flare ansagen soll oder ob ich es alleine machen mag.
Natürlich war es für mich selbst eine Herausforderung das alleine zu machen und ich freute mich sehr über diese Freiheit und das Vertrauen mir gegenüber. Als schauen wo ich hin muss, ein paar Kreise, Luftraum beobachten, dann Landeanflug. Schulter und FLAAARE...PERFEKT. Ich hatte nicht einen Schritt gebraucht und schwebte super sanft auf die Dropzone.
Danach wieder Debrifing, Alles soweit okay bis auf die Weiterdrehung, aber das ist okay, da es ja meine erste Drehung war und man da wirklich nicht grob rangehen darf. Es sind nur leichte Bewegungen nötig um seine Position zu verändern.
Mein persönlicher AFF Level 4:
Dropzone Ampfing Germany, Bavaria, 15.04.2006, 14:10Uhr Ortszeit
Eine knappes Briefing durch Ulli, Ziele des Lv. 4 waren: 360° Drehung. Also der Lehrer lässt mich wieder los, fliegt vor mich und ich mache auf Zeichen eine 360° Drehung und Ihn danach wieder anzuschauen. Also wieder anziehen. Ich hatte ja schon beim Lv. 3 einen andere Kombi bekommen um etwas schneller zu fallen. Das war auch nötig da Ulli ja etwas schwerer und kleiner ist als ich. Clausi (der 2. Lehrer vom AFF Lv. 1) fand meine Kombi super geil, knalleng, schwarz, besonders die am Gesäß angebrachte Nylon-Strech-Applikation sagt ihm wohl zu ;-) . Nunja wir blödelten auch viel zusammen herum. Ich bin halt der Mensch der gerne bissl Spaß hat und den ganzen Tag lacht.
Aber weiter zum Sprungablauf. Anders bei dem Sprung war nun das nur noch Ulli als Lehrer da war und der 2. AFF-Lehrer ab nun ganz fehlte.
Der übliche Aufstieg, ich blödelte etwas herum und beobachtete einen Tandempassagier neben mir der etwas bleicht war dann auf dem Boden bis an die Ohren, vor Freude, grinste. Dann Tür auf. Ulli vor mir im relativen Wind ich in seinem Windschatten. ZACK ZACK ZACK...und weg. Unser Exit ging recht schnell, gute Position dann aber doch ein leichter Überschlag und Drehung. Super schnell kamen wir dann aber ein eine tolle Lage, Ulli lies mich los, flog vor mich, Zeichen, ich drehte 360° nach rechts. Stoppte wieder vor Ihm. PERFEKT. Kann das überhaupt alles noch geiler werden????
Wieder bisschen grinsen und herumalbern, Höhencheck, Meine Fußstellung waren diesmal wesendlich besser als die vorherigen Sprünge, ich schaute auf dem Video wie ein "Spitzentänzer" aus. Wie immer machte ich kein so tolles Hohlkreuz, bekam das auch durch Handzeichen angezeigt. Dann Becken vor, BAMM da war er wieder der AHA-Effekt, es fliegt sich mir Hohlkreuz einfach besser.

2000m abwinken, 1500m PULL...Autsch.
Ich hatte mein Schirm selber gepackt und die Öffnung des Schirmes war etwas ruppig aber die Kappe war perfekt offen und erstrahlte bunt in dem etwas ergrauten Himmel. Toll war das ich am Schirm gar keinen Funk mehr dabei hatte, also wieder selbständig runter und landen. Landung war etwas kurz, aber "alte Hasen", mit mehreren hundert Sprüngen, hatte sich durch die unterschiedlichen Windgeschwindigkeiten in verschiedenen Höhen auch verschätzt und landeten zu kurz.
Debrifing war recht knapp: So stelle ich mir das vor dazu gibt es nichts mehr zu sagen!!! Ich war innerlich überglücklich über meine gute Leistung und ging zu meinem Schirm um Ihn wieder mit Hilfe von Danny zu packen, mittlerweile war es mir ja schon etwas peinlich immer wieder um Hilfe zu bitte aber so was lernt man ja nicht sooo schnell und das muss auch relativ perfekt sein.
Mein persönlicher AFF Level 5:
Dropzone Ampfing Germany, Bavaria, 15.04.2006, 17:34Uhr Ortszeit
Ulli kam zu mir und fragte ob wir noch einen machen wollen...
KLAAAAAAAAAR..Also auf den 17. Lift warten. Toll das dauert jetzt.
Ich irrte etwas im Hangar herum und quatschte die Lehrer voll wie geil das doch alles ist und beschwerte mich warum ich nicht jetzt schon eine Kombi und andere Dinge bestellen kann. Ich weiß doch schon das ich kein RW'ler (Formationssprung) werden will und in Richtung Freeflight will. Nunja abwarten, hilft ja alles nichts, nur nichts überstürzen, Sie werden schon Recht haben.
Wir übten noch mal das Exit an der Maschine da wir unsere Positionen umgestellt hatten, ich stand nun vorne an der Maschine und mein Lehrer hinter mir im Windschatten. Wie man auf dem 2. Bild sieht zeigt Ulli danach direkt noch mal "Hohlkreuz" an (ja das kann man mir nicht oft genug sagen) *seufz*

Dann kam Ulli zu mir und meinte ob ich fertig sei wir können auf den 12. Lift vorrutschen. WAHHH GEIL...LOGO...Ich bin ja nicht zum "Spaß" hier...
Also anziehen, 15min Aufruf, Gurtzeug checken und raus zum Flieger der in der Sonne erstrahlte als er gerade betankt wurde. Flieger auf die Wiese schieben, einsteigen, warten.
Das Ziel war es bei dem Level auf meinen Lehrer zuzufliegen der sich etwas entfernt von mir befand, natürlich war eine Drehung mit eingebaut also musste ich Ihn vorher erst "suchen", Scheingriffe haben wir bei Level 4 schon sein lassen (wie der aufmerksame Leser sicher bemerkt hat).
Wieder hoben wir ab, 15min bis zum Exit warten. Dann öffnete Ulli neben mir die Tür und schaute ob wir über dem Zielgebiet sind. Natürlich musste ich mich am Griff festhalten und dann auch mal direkt meinen Wasserkopf aus der Tür halten und runter schauen, bin ja schon ein alter Hase *grins* Ich erkannte auch Ampfing mit dem unübersehbaren Sportplatz und fand innerhalb von Sekunden auch den Flugplatz.
Extiorder: Das Exit war ja anders, da ich diesmal vorne war, also voll im relativen Wind und mein Lehrer durch mich geschützt. Ich muss sagen der Exit war besser. ich habe mich mit Hilfe der äußeren Griffleiste dicht an das Flugzeug gezogen, den Wind fand ich jetzt nicht so schlimm, wie eigentlich erwartet aber mit 190cm komme ich auch super gut an die obere Griffleiste, dass er mich "wegreißen" könnte, kurzer Check, Ready, Set, GO...Absprung. Ich genoss das Exit das erste mal so wirklich und ich wartete auf förmlich darauf loslassen zu können. Es war toll, da war wieder der tolle Blick wie sich die Maschine wie in Zeitlupe von mir entfernte. In diesem Augenblick war es dann wirklich so weit: Mich hatte die SUCHT gepackt, ein innerlicher Konten war "geplatzt"!
Wir hatten sofort eine stabile Position, ich dachte zuerst das wir uns wieder überschlagen da ich ja nun vorne bin und war richtig enttäuscht das wir uns so schnell "gefangen" haben und beide im Boxposition mit 220km/h auf den Erdmittelpunkt zurasten.
Dann Check, KEINE zeitraubende Scheingriff mehr, ich bin stabil. Schauen und meinen Lehrer suchen ahhh da ist Er...Kopf zu Ihm drehen, schön sanft die Drehung einleiten, Drehung stoppen, dann wollen wir mal rüber fliegen denke ich mir also: Beine lang machen ...Arme lang...
Hmmm...NIX TUT SICH.
Ich falle einfach weiter und das erstaunlich stabil.
Uli zeigt mir an da ich die Arme kürzer machen soll und nicht lang...JA LOGISCH hatte ich einfach verwechselt...
Also Arme kürzer und Beine lang und ich bemerke wie ich ihm langsam näher komme...Wieder die Bewegung abbremsen durch verstellen der Arme und Beine...
Ich schwebe vor Ihm. Höhencheck...okay...herumblödeln, grinsen...2000m Abwinken...

Ulli "dockt" butterweich an mich an. 1500m abwinken und dann der griff zum neonroten Kunststoffröhrchen (dem Pullgriff).
Kappe auf...Wie gehabt Kappencheck, Dropzone anschauen, Luftraum beobachten und langsam "reinschuggern". Das erste mal in meiner Karriere landete ich auch da wo ich eigentlich wollte, nämlich, bei dem Sprung, in der Landezone Ost und das recht locker und mit ausreichend Platz nach vorne und hinten, einfach Mittig halt.
Debrifing war auch gut, alles richtig gemacht bis auf die Armstellung. Die aussichten auf das Level 6 machten mich aber dann erst richtig scharf auf das Fallschirmspringen. Da mache ich ein Dive-Exit (also quasi einen Köpper wie beim Absprung vom 1m Brett im Schwimmbad) und dann den ersten Salto. Endlich ein "unstabiler" Exit. Wer will auch schon einen stabilen Exit machen, dass ist was für Schüler oder alte Leute *lach*
Ich hoffe das das Wetter morgen wird gut. Den Abend haben wir dann mit Freibier (ja mein Bier muss auch mal sein) und leckerem gegrillten Fleisch und Wurst verbracht. Mir sagt diese Sportart immer mehr zu!!!! (Obwohl ich noch nie Zweifel hatte das es mir nicht zusagt)
Das einzige was mir etwas Sorgen macht ist meine Art, nicht jeder Mensch versteht es das ich dermaßen motiviert bin und mich der Sport wirklich SEHR interessiert, dass ich laufen Witze mache, lachend herumlaufe und Sprüche "ablasse". Ich hoffe mal das mich andere nicht als "Spinner" oder "Aufschneider" einstufen, so bin ich nun mal.
Mein persönlicher AFF Level 6 Sprung:
Dropzone Ampfing Germany, Bavaria, 17.04.2006, ca. 14Uhr Ortszeit
Das Telefon bei mir Daheim klingelte gegen 9:30Uhr, Janette vom Colibri-Team meldete mir das super Wetter in Ampfing auf den Platz ist. (Toller Service oder?)
Also schnell duschen, Klamotten packen, aufs Moppet und ab in den Süüüüüüüüüüden.
Tatsächlich wurde ab der Donau in Höhe Straubing immer klarer und der Himmel ging von grau in weiß und blau über.
Unten angekommen waren einige Wolken aber es war okay, fast kein Wind also perfekt. Ich schaute dem 2. Lift zu wo ein anderer AFF-Student gerade mit meinem Lehrer drin saß. Eine dicke Wolke schob sich quer über die Dropzone, uiii darf/muss ich da auch durch? Würde das ja schon mal gerne erleben so einen kleine fluffige Wolke mal zu durchqueren, soll ja ein sehr komisches Gefühl im Gesicht sein.
Dann landeten alle.
Ich bekam mein Briefing...Ja: Dive-Exit (Also kopfüber und das alleine ohne festgehalten zu werden), dann stabilisieren, Arch, Höhencheck, Lehrer suchen, zu Ihm drehen, auf sein Zeichen warten und dann Salto rückwärts, wieder sauber stabilisieren und wenn die Zeit langt noch einen zweiten Salto, dann wie gewohnt bei 2000m Kopf schütteln, Lehrer "dock" an mich an, 1500m abwinken, Pull, selbstständige Schirmfahrt und Landung.
Ja das war die Theorie und das Soll.
In Realität sah das so aus:
15min Aufruf von Steffen mit dem lustigen Zusatz, Zitat: "Matthias viel Spaß und mach keine Faxen" (hehe nett, also zurück schauen und Ihn angrinsen), anziehen, checken lassen, zum Flieger, kurz vor dem einsteigen dann der Abbruch und 30min "Stand by" seitens Flughafen München wegen anderer Flieger in unserem Luftraum. Also wieder in den Hangar zurück und ausziehen, derweil habe ich mal ein paar Infos eingeholt was ich mir am besten von meiner eigenen Ausrüstung zu erst kaufen soll. Die Wahl ging auf Höhenmesser und Höhenwarner, den Höhenwarner will ich natürlich gerne mit Sprungbuchfunktion damit ich alle mögliche Daten meiner Sprünge sammeln kann (Absetzhöhe, max. Geschwindigkeit im freien Fall, max. Geschw. Schirmfahrt, wann Pull etc.)
Dann wieder 15Min Aufruf, anziehen, checken lassen, Flieger besteigen, Motor an, abheben, Aufstieg genießen.
Wie üblich im Flieger noch mal alles aufsagen was ich zu tun habe. Dann Brille auf, Helm auf, allen die Hand geben, Tür auf...
Grünes Licht (es leuchtet eine kleine grüne Lampe wenn Sprungfreigabe ist), ich tippe meinen AFF-Lehrer an da er es nicht gleich gesehen hatte, er steigt aus, hangelt sich nach hinten auf das Trittbrett, ich gehe auf den Knien nach vorne, rechter Fuß auf das Trittbrett, rechtes Knie dicht an der Türkante, kurzer Check, ein lautes YEEEEHHHAAA von mir, Ready, Set, Go...und raus.

Ich versuche parallel zum Flugzeug mich in die Tiefe zu stürzen, die Arme leider nicht ganz so weit vorne und Beine einen Tick zu Spät angezogen. Ich falle recht schön mache dann auf und versuche mich zu stabilisieren, einen leichte Drehung aber recht schnell bin ich in Boxposition. Ulli ist schräg vor mir ich drehe mich zu Ihm, er zeigt mir HÖHENMESSER an...Mist vergessen, also Höhencheck, OK.

Dann sein Zeichen...SALTO...
Ich reiße die Knie an die Brust, Kopf in den Nacken, Hände breiter habe ich leider vergessen, Ich mache einen Salto, meine Beine sind nicht auf gleicher Höhe was mir nach dem Salto ein trudeln und eine Drehung beschert, aber ich fange mich, sehe das Zeichen Hohlkreuz was Ulli mir gibt, also Becken weiter vor und ich bin stabil.

Mein Lehrer applaudiert mir durch klatscht der Hände, ich drehe beide Daumen nach oben um anzuzeigen das alles okay ist.

Höhencheck, ich schüttele den Kopf...Ulli zeigt an das ich noch mal schauen soll...ohh vertan wir haben noch Zeit also eine 360° Drehung nach links, auf halber Höhe "verhungert" meine Drehung fast. also stabilisieren und wieder Drehung aufnehmen. Geschafft. Ich soll mich noch mal an Ihn annähern, passt auch. Höhe 2000m, Kopf schütteln, wieder "dockt" er butterweich an mir an, 1500m abwinken und Pull.
Der Schirm öffnet die äußeren Zellen nicht richtig, also Steuerschlaufen in die Hand, 2 mal "pumpen" ahh passt alle Zellen sind nun voller Luft, links, rechts, Flareprobe, alles okay, Griff in der Kombi verstauen. und langsam herunterschrauben.
Ich komme zu hoch rein also ein paar S-Kurven (man fliegt ein "S" um Höhe abzubauen), langt nicht, nochmal...es langt immer noch nicht ich bin zu hoch (ca. 150m) Egal ich bremse etwas an um langsamer zu werden, nützt nichts ich fliege über die Landezone hinaus und lande mit den Füßen schön weich "geflaret" um 2m in einem Feld. Der Schirm fällt langsam auf das Gras hinter mir, na ja wenigstes ist der Schirm nicht dreckig. Ich schaue zurück und sehe das ich ca. 200m außerhalb der Landezone bin also Schirm aufnehmen und da kommt auch schon Danny mit dem VW-Bus um mich abzuholen, nett nett aber das Stück hätte ich auch laufen können.
Zurück im Hangar, Schirm packen, dann kurzes Debrifing, mein Lehrer war sehr zufrieden, Sinn war es ja nicht einen perfekten Salto zu zeigen sondern eher das ich mich alleine aus allen Lagen stabilisieren kann und das hat Ihm doch sehr gut gefallen. Er fragt noch ob wir den Lv. 7 und eine Solo dranhängen sollen (Nach dem Level 7 solle man direkt im Anschluss einen alleinigen Absprung machen, vermutlich eine psychologische Sache) aber ich muss Heim da ich um 22Uhr wieder zur Nachtschicht muss und vorher noch 2-3 Stunden schlafen mag.
Im Nachhinein war der erste Exit ohne Lehrer nett aber nicht so atemberaubend wie ich gedacht habe. Irgendwie wird es immer mehr zur "Routine" das Flugzeug zu verlassen. Allerdings muss ich sagen das ich kurz vor dem Exit einen enormen Schub an Adrenalin im Körper gespürt habe, dass kann man aber kaum beschreiben, es war eine Art Gänsehaut und etwas Euphorie war auch im Spiel, noch während des Exit war es aber irgendwie wieder weg und ich konzentrierte mich darauf eine stabile Position einzunehmen. Auch der Salto war nicht so "prickelnd" vom Gefühl, da war das Gefühl der ersten 90° Drehung toller. Aber das ist sicher bei jedem anders. Eine Springerin berichtete mir das Ihr erster Salto das tollste der Ausbildung für sie persönlich war.
Mein persönlicher AFF Level 7:
Dropzone Ampfing Germany, Bavaria, 19.04.2006, ca. 14Uhr Ortszeit
Es sollte mein letzter Sprung mit Lehrer werden, direkt danach dann der erste Solosprung aus der Turbo Finest.
Wir "brieften" wieder. Ziel war es "fangen zu spielen". Witzigerweise sollte ich ein sitzendes Exit machen und danach auch im sitzen weiter fallen und mich dabei stabilisieren. Dann Bauchlage, Lehrer suchen, zu Ihm drehen, auf Ihn zu tracken (quasi rüber fliegen), dann wird er ausweichen und das ganze nocheinmal. Abschließend dann noch ein Flash (sich ganz gerade wie ein Pfeil machen und stabil auf möglichst viel Strecke zurücklegen (also kein "Sturzflug" wie häufig gedacht)). Dann wie immer abwinken und Pull.
Gesagt getan, wir bestiegen die olivgrüne SMG 92, ich war wirklich etwas aufgeregt, nicht vor dem Sprung oder Angst vor der Höhe sondern das ich im Anschluss direkt das erste mal in meinem Leben alleine und OHNE Lehrer ein Luftfahrzeug verlassen darf. Langsam schraubten wir uns hoch, wieder den Ablauf noch mal aufsagen. Dann rotes Licht, Ulli öffnete die Tür der Turbo Finest, der Wind schlug recht stark rein da wir noch mit ca. 80 Knoten (grob gerechnet ca. 150km/h) unterwegs waren. Dann grünes Licht. Mein AFF-Lehrer stieg aus auf das Trittbrett, ich rutschte auf den Knien an die Tür dann setzte ich mich an die Türkante und versuchte die Beine auf das Trittbrett zu legen, gar nicht so einfach bei dem starken relativen Wind. Kurzes Ready...Set...GO...und mit einer Hand abstoßen und versuchen in der Luft zu sitzen. (Ist ja ganz easy habe ich ja zig mal auf Videoclips gesehen, meine Güte bisschen im freien Fall sitzen kein Thema, der Air-Prinz macht das schon)
Doch dann holte mich die Realität zurück. Ich kam kurz in eine halbe Bauchlage, dann in Rückenlage, strampelte wie ein Blöder herum um zum gewollten sitzen zu kommen, stabilisierte mich etwas aber eher auf dem Rücken so im 45° Winkel, kurzer Höhencheck, hmm das wird nix dachte ich mir, doch nicht so einfach wie in den Clips, ich schüttelte den Kopf und ging in Boxposition, perfekt, mein Blick schweifte kurz in Richtung Erdmittelpunkt...WAHHH eine kleine Wolke, ehe ich die richtig erkannt habe war ich schon durch sie durchgefallen, Also Lehrer suchen.
Ich drehte zu Ihm, er nahm etwas Abstand von mir und ich trackte langsam auf ihn zu, als ich Ihn erreicht hatte, drückte er etwas auf die "Tube" und trackte recht schnell einfach über mir hinweg...
Stark das macht voll Spaß, also Kopf drehen, dabei gleich selber drehen und wieder zu Ihm rüber.
Als ich in seiner Nähe war war der Auftrag abwinken und den Flash einzuleiten, was ich dann auch tat.

Ging ganz gut nur hatte ich noch etwas Hohlkreuz und beim ablesen des Höhenmessers an der linken Hand machte ich ungewollte eine 180° Drehung nach links, ein erneuter Blick zu Höhenmesser bescherte mir noch eine 180° Drehung, dass habe ich aber in der Luft gar nicht richtig wahrgenommen, Da ich schon recht tief war, Abwinken und "Wäsche raus" (Wie mein Lehrer immer zu sagen pflegt).
Der Schirm öffnet sich schön geschmeidig und ich lande später sanft auf dem Boden. Beim Debrifing hatten wir einige Probleme (wie immer) mit der Camcorderansteuerung, aber Ronny (Der Ober-Technik-Gott) hat das schnell in den Griff bekommen. Eigentlich war mein Lehrer zufrieden, wie immer Hohlkreuz nicht gut genug, kenne ich ja schon, aber soweit hat es gepasst. Also Level 7 bestanden. JUHUUU nun kam die nächste "Hürde" alleine auf dem Flugzeug zu springen ohne das wer dabei ist und auf einen aufpasst, oder von meiner sicht, endlich größere Kombi anziehen um langsamer zu fallen und kein "lästiger" Lehrer mehr dabei *grins*
Ja liebe Leser das waren meine persönlichen 7 AFF Level.
Aber da ich denke das auch der Rest der Ausbildung dazugehört könnt Ihr die gerne unter dem Punkt "Onlinesprungbuch" erlesen.
Teilweise in verkürzter Fassung da ich mir nicht alles merken kann wenn man um die 4 mal am Tag springt.